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Warum ich meine Kursraketen nicht verkaufe

 

Ich wurde gefragt, wieso ich meine Kursraketen nicht verkaufe, um Gewinne mitzunehmen. Eigentlich sind es gleich mehrere Gründe, wieso ich das Klumpenrisiko in diesem Fall bewusst eingehe. Zum einen würde ich mir durch den Verkauf die Chance auf einen enormen Kursanstieg verwahren oder zumindest den Gewinn begrenzen. Amazon ist für mich hier das beste Beispiel. Geht man von einer Investition im Jahre 2004 aus, so wäre der Anstieg im Jahr 2012 300% gewesen. An den Kursanstieg von 1.000% in den darauffolgenden Jahren hätte man so nicht mehr teilgenommen. Diesen Fehler möchte ich nicht machen.

 

Ping an Healthcare und Teladoc sind zwei Aktien, welche bei mir im Depot knapp an der 300% Marke rentieren. Auch wenn diese in den letzten Wochen stark angestiegen sind und auch ein gewisses Klumpenrisiko bergen, werde ich nicht verkaufen.

Der adressierbare Gesundheitsmarkt für die beiden Unternehmen ist so enorm groß, dass selbst die aktuelle hohe Bewertung nicht das Ende der Fahnenstange sein muss. Ich möchte mir die potenzielle Chance auf einen Tenbagger nicht nehmen lassen. In der Rückschau sind wir alle schlauer, bis dahin werde ich das Risiko tragen müssen. Ohne Risiko keine Rendite.  


"Ich möchte mir die potenzielle Chance auf einen Tenbagger nicht nehmen lassen."



Zudem bin ich von meinen Unternehmen überzeugt, weshalb ich das Risiko eines Klumpens leichter eingehen kann. Bei einer Spekulation oder einem Trade, würde man den Gewinn vielleicht irgendwo begrenzen. Das muss ich nicht machen, da es sich bei meinen Anlagen um Investitionen handelt. Auch wenn die Meinungen zu Buy and Hold aktuell weit auseinander gehen, bleibe ich dem Buy and Hold treu.

 

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich. - André Kostolany -

 

Ab wann würde ich dann doch verkaufen? Ich würde nur dann verkaufen, wenn sich fundamental etwas am Geschäftsmodell negativ verändern würde. Oder wenn ich die Anlage nicht mehr als Investition wahrnehmen kann und es sich mittlerweile um eine Spekulation handelt.

 

„Wenn Du nicht bereit bist, eine Aktie für 10 Jahre zu halten, solltest Du auch nicht darüber nachdenken, sie für 10 Minuten zu besitzen.“ - Warren Buffett -

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Marko (Dienstag, 28 April 2020 17:56)

    Prinzipiell gute Entscheidung, an den großen Gewinnern festzuhalten, da dies auf die positive Seite der "Capitalism Distribution" hindeutet (https://www.marko-momentum.de/the-capitalism-distribution/). Allerdings sollte man die Wahrscheinlichkeit, die "nächste Amazon" im Depot zu haben, auch nicht überschätzen. Ein guter Kompromiss für die Praxis ist ein (teilweises) Rebalancing im Portfolio, was einer Gewinnmitnahme entspricht, ohne die Titel ganz zu verkaufen.

  • #2

    Paul von ONELIFEandme (Mittwoch, 29 April 2020 16:52)

    Interessanter Artikel. Ich hoffe ja, dass sich das Rebalancing im Portfolio von ganz automatisch einstellt. Aktuell ist es so, dass ich mit neuem Kapital (oder Dividenden) immer das Unternehmen kaufe, welches am meisten gefallen ist (geringster Anteil im Portfolio). Hier prüfe ich nochmals die Strategie, das Geschäftsmodell und die Kennzahlen des Unternehmens. Das Rebalancing zu der kleinsten Position ist somit gegeben. Sollte ich zukünftig mal ein zu großes Klumpenrisiko aufweisen, würde ich auch hier womöglich (um das Risiko zu minimieren), einen Anteil der größten Position verkaufen. Das werde ich dann situativ entscheiden.

    Grüße Paul