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Asset-Allocation und Entwicklung 09.04.2020

 

An dieser Stelle möchte ich aufzeigen, wie sich das Coronavirus auf mein Portfolio ausgewirkt hat. In oben gezeigter Grafik ist meine Entwicklung seit dem 19.03.2017 zu sehen. Alle Werte bis auf die Einzahlung und der Vermögenswert beziehen sich auf die linke Skala. Die Einzahlungen und die Vermögenswerte sind absolute Werte, weshalb ich die Skala ausblendete. Die gestapelten Flächen (100%) zeigen die Asset-Allocation im zeitlichen Verlauf. Die graue und gelbe Linie zeigt die Performance und den internen Zinsfuß. 

 

Die Coronakrise hat sich enorm auf mein Portfolio ausgewirkt. Der interne Zinsfuß betrug vor der Krise 16 %. Auf dem bisherigen Höhepunkt der Tiefststände waren es nur noch ca. 2%. Aktuell beträgt dieser wieder fast 10%. Meine Performance von fast 50% fiel kurzfristig auf 5%, um dann wieder auf über 25% zu steigen. 

 

Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, auch nur irgendetwas verkaufen zu müssen. Stattdessen schlug ich bei Disney und Alphabet zu. Zudem legte ich mir wieder Gold ins Portfolio. Gold dient mir als Versicherung für den absoluten Ernstfall. Meine Einzahlungen erhöhte ich zudem ein wenig, um bei diesen (Discount-)Preisen weitere Anteile zu kaufen. Aufgrund der Käufe habe ich nun zum ersten Mal eine leicht negative Cashquote. Diese ist so gering, dass auch ein weiterer Preisverfall zu keinem Margin-Call führen wird. Ich wäre nicht abgeneigt die negative Cashquote zu erhöhen, sollte es am Markt nochmals rapide nach unten gehen. Hier lehne ich mich an Philip Carrets Regeln an. 

  1. Wenn die Aktien hoch stehen, die Zinsen steigen und die Wirtschaft brummt, lege mindestens die Hälfte deines Geldes in kurzfristigen Anleihen an. 
  2. Leihe dir nur sparsam Geld und nur, wenn die Aktien tief stehen, die Zinsen niedrig sind und weiter fallen und die Wirtschaft am Boden liegt. 
Auch wenn der Konsens unter den Kleinanlegern der ist, dass nur mit Eigenkapital investiert wird, denke ich die Risiken zu kennen und damit umgehen zu können. Ich würde beim Einsatz von Fremdkapital nur so weit gehen, dass es erst dann zum Margin-Call kommen kann, wenn der Markt um etwa 85% vom ATH fallen würde. In solch einem Szenario müsste ich Positionen im ungünstigsten Moment liquidieren. Trotzdem wäre ich bereit dieses Risiko zu schultern. Dies aber nur dann, wenn der Markt nochmals drastisch abstürzt. 
 
Das Aktienportfolio hat keinen Schwerpunkt, wie z.B. die Dividenden- oder die Momentumstrategie. Der Fokus liegt darauf, wie ich subjektiv die Qualität und die Zukunftserwartung der Unternehmen einschätze. Mir geht es nicht darum kurzfristig Rendite zu erzielen, sondern langfristig ein beachtliches Portfolio aufzubauen. 
Aktuell werden Unternehmen mit saftigen Preisabschlägen an der Börse gehandelt. Hierzu gehört TUI oder die Carnival Corporation (Kreuzfahrtunternehmen, bekannt z.B. durch AIDA). Das sind zwar gute Unternehmen, jedoch hätte ich diese auch vor der Krise nicht gekauft, weshalb ich diese auch heute nicht kaufen werde. Auch wenn hier das Potenzial enorm groß erscheinen mag. 
Ich persönlich glaube irgendwie noch nicht daran, dass die (Corona-)Krise bereits überstanden sei, wie es die Kurse bereits antizipieren. Dies ändert aber nichts an meinen Investitionsplänen. Eventuell antizipieren die Kurse eine bereits steigende Inflationsrate. Wer weiß das schon. Dies wird sich in der Rückschau herausstellen. Niemand weiß, wo sich der Markt kurzfristig hinbewegen wird, deshalb versuche ich auch keine kurzfristigen Prognosen auszunutzen. 
An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven und das Geld haben, das minus 1 auszuhalten. -André Kostolany-
Kostolanys Zitat trifft hier vollkommen zu. Ich weiß nur, dass meine gehaltenen Aktien hervorragende (subjektiv) Unternehmen darstellen. Nur weil der Kurs gefallen ist oder womöglich weiter fallen könnte, ist das noch lange kein Grund hier auszusteigen. 
Der Investor von heute profitiert nicht vom Wachstum von gestern. -Warren Buffett-
In der Zukunft wird sich zeigen, welche Strategie die beste war. Ich bleibe meinen Überzeugungen treu. 

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